Segelfreizeit

Friesland - August 2003

Der Beginn einer bis heute andauernden Tradition

Das Revier

Die "Provinsje Fryslân liegt im Osten des Ijsselmeeres und an der Nordseeküste der Niederlande. Sie ist bei einer Fläche von rund 5.725 km² mit 640.000 Einwohnern im Vergleich zu den übrigen niederländischen Provinzen nur dünn besiedelt.

Doch gerade aus diesem Grund bietet Fryslân den Wassersportlern - insbesondere den Seglern - eine Vielzahl von Möglichkeiten. Abgesehen vom Ijssel- und Wattenmeer gibt es 13 große und 17 kleine Binnenseen, die alle durch Kanäle miteinander verbunden sind. Ausgezeichnete Yachthäfen, zahlreiche Liegestellen in der freien Natur ("Marekriete") und idyllische Dörfer sorgen immer wieder für einen schönen Urlaub in dieser Region.
Auch wer einmal etwas mehr Wasser sehen will, kommt hier auf seine Kosten. Durch die o.g. Kanäle ist man schnell "buiten" und damit auch auf den westfriesischen Inseln. Von Texel im Westen über Vlieland, Terschelling, Ameland bis Schiermonikoog im Osten sind somit auch für den Yachtsegler nette Ziele vorhanden.

Die Unterkunft
Der Villapark Langweer liegt im Zentrum der Friese Meere. Somit ist er nicht nur mit dem Auto, sondern auch gerade mit dem Schiff idealer Ausgangsort für Touren nach Sneek, Heeg, Lemmer, Workum, Sloten oder andere urige friesische Dörfer.
Die Villen sind i.d.R. für 6 Personen eingerichtet. Dennoch gibt es auf Anfrage auch 4er bzw. 8er Bungalows. Grundsätzlich runden neben den Schlafräumen und der netten Wohnküche der offene Kamin, sowie die Terrasse das Bild ab.
Die meisten der Villen liegen direkt am Wasser und haben einen eigenen Anlegesteg. In Kombination mit dem angrenzenden Bootsverleih, der vom Optimist über Polyvalk bis hin zu verschieden großen Sloepen alles bietet, ist somit auch gerade an den Wassersportfreund gedacht.
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Die Jollen
Der Polyvalk
technische Daten:
Länge ü.a.: 6,65 m   Gewicht:
595 kg
Breite: 2,00 m Ballastant.:
150 kg
Tiefgang: 0,85 m Großsegel:
12,- m²
min. Durchfahrhöhe: 1,50 m Rollfock:
5,50 m²

Der Polyvalk stammt direkt vom bekannten hölzernen Valk, der BM-Jolle, ab. Damit dürfte über seine gute Abstammung und auch seine ausgezeichneten Segeleigenschaften eigentlich schon genug gesagt sein. Diese Jolle eignet sich nicht nur für versierte Regattasegler, sondern auch für den Frischling im Segelsport. Ob Tagesausflüge oder Jollenwandern, der Valk macht alles mit.

Der Bericht
Anreise: Freitag 22. August 2003:

Nach einer sehr angenehmen Anfahrt machen wir eine kleine Pause in Kampen und schauen uns von der historischen Brücke aus die einlaufenden Viermastoldies an. Doch was ist das - die Segelwoche beginnt bereits jetzt mit Regen. Das kann ja heiter werden.

Als wir den Villapark in Langweer erreichen, werden wir freundlichst begrüßt.

Die verbleibende Zeit wird damit zugebracht, daß die Autos entladen werden und alles für den anstehenden Grillabend vorbereitet wird. Gegen 18 Uhr ist es dann endlich soweit, wir ziehen los um unsere 2 Polyvalken "Duckie" und "Kwek" entgegenzunehmen. Gerade aus dem Hafen ausgelaufen, treffen auch die letzten Crewmitglieder ein. Somit werden auch sie schnell an Bord genommen, um die schwache Brise auf dem Langweerderwielen noch für zwei Stunden auszunutzen.

Später lassen wir den Abend gemütlich am Grill ausklingen.
1. Tag: Samstag 23. August 2003:

Wie nicht anders zu erwarten, beginnen wir den Tag mit einem ausgedehnten Frühstück. Dies führt letztendlich dazu, daß wir erst gegen 11 Uhr (fast schon Mittag) aus dem Hafen laufen. Nach kurzer Unentschlossenheit stehen auch die Crews des Tages fest. Der Wind meint es heute gut mit uns. Er weht bei 24°C mit 4 Bft aus Südwest. Kurzerhand entschließen wir uns den Janesloot und das Koevordermeer hinter uns zu lassen und kreuzen nach Woudsend auf. Dort gibt es eine kleine Stärkung an der Fischbude.
Mit langwierigen Kreuzschlägen geht es den Woudsender Rakken hoch, bis wir unser Tagesziel -das Heegermeer- erreichen. Dort angekommen, macht uns das Wetter so viel Spaß, daß wir noch bis nach Galamadammen segeln. Der Wind kommt immer noch aus Südwest. Wir surfen also mit achterlichem Wind zurück in Richtung Heeg.
Plötzlich ruft der Rudergänger der Duckie: "Achtung Welle". Doch da ist es schon zu spät. Ein Motorboot hat es mal wieder eilig gehabt und ist mit Vollgas über den See geheizt. Somit wurde Duckie einmal vollständig durch die Heckwelle des Rennfahrers überspült.
Dieses Mißgeschick zwingt uns zu einer kurzen Pause auf der Insel "Rakkepoele" vor Heeg. Hier werden nasse T-Shirts und Hosen in Segelbekleidung gewechselt und die Fahrt geht weiter über den Jeltesloot, später auch Johan-Frisokanal genannt, quer über den Prinses-Margriet-Kanaal. Dann noch kurz das Koevordermeer gestreift, den Janesloot rauf und schon befinden wir uns wieder auf dem Langweerderwielen. Auf kürzestem Weg begeben wir uns dann zu unseren Bungalows.

Und auch dieser Abend endet vor dem Grill.

2. Tag: Sonntag 24. August 2003:
Wie gehabt wird zunächst gemütlich gefrühstückt, die Boote klariert und die Crews neu festgelegt.

Gegen 11.40 Uhr ist es dann endlich soweit. Wir sind klar zum Auslaufen. Bei einem leicht bedeckten Himmel, 21°C und einem nordwestlichen Wind der Stärke 2-3 queren wir den Langweerderwielen und verlassen ihn schließlich nach Nordosten auf den Scharster of Nieuwe Rijn. Kurze Zeit später passieren wir die zwei Brücken von Scharsterbrug, welche schon von weitem durch die hohen Fabrikschornsteine (Nestle) auszumachen sind. Wir folgen dem Flußlauf bis zum Tjeukemeer. Die Segler haben hier viel Platz, da es nicht so überlaufen ist. Doch irgendeinen Grund muß diese Leere doch haben. Kaum haben wir darüber nachgedacht, so hören wir auch schon die Lösung. Die Autobahn A 6 führt direkt über das Tjeukemeer hinweg, wodurch die Ruhe der Natur gestört wird.
Wir entschließen uns, den größten Ort am Rande des Meeres anzulaufen. ´Kwek´ übernimmt die Führung, während ´Duckie´in einigem Abstand folgt. Pünktlich zum Magenknurren erreichen wir "Gietersebrug". Der Hafen ist so klein und urig, daß wir mit unseren großen Valken (immerhin 6,70 m) nicht hineinpassen würden und kurzerhand an einem winzigen Steg am Rande des Tjeukemeeres vor dem benannten Hafen festmachen. Eine riesige Hinweistafel weißt uns auf ein Restaurant ,ein Cafe, sowie ein großes Wassersportzentrum im Ortsinnern hin. Somit kämpfen wir uns durch die paar Straßen des Ortes. Fazit: das Cafe und Restaurant ist ein und dasselbe Geschäft, daß jedoch nur an einem Tag in der Woche geöffnet hat und heute natürlich "gesloten" ist; auch das angekündigte Wassersportzentrum stellt sich als kleines, verstecktes Holzhaus dar, daß nicht bewirtet wird. Somit treten wir den Rückweg zum Hafen an, der im ersten Augenblick an einen kleinen Hafen im Nordmeer erinnern könnte.

Enttäuscht setzen wir die Segel und kreuzen bei abflauendem Wind zurück nach Scharsterbrug. Dort geht es wieder durch die zwei Brücken, vorbei am Kaffeeduft der Fabrik, weiter in Richtung Langweer. Während ´Kwek´ nach den Brücken unter Motor weiterfährt, zeigt Torsten an Bord der ´Duckie´einmal wieder den eisernen Segelwillen - ihm scheint entgangen zusein, daß ein Teil der Besatzung noch heute abend abreisen muß. Somit läuft ´Duckie´nach mühsamem Kanalkreuzen erst gegen 19.40 Uhr in den Hafen des Villaparks ein.
Nach einem schnell zubereiteten Abendessen, machen sich unsere Heimfahrer auf den Rückweg ins Ruhrgebiet, da sie am nächsten Morgen pünktlich zur Arbeit antreten müssen. Im Laufe des Abends stellen wir fest, daß bei ´Kwek´ die Stakstange fehlt. Sie muß bei einem der vielen Mastlegemanöver unbemerkt entkommen sein - peinlich.
3. Tag: Montag 25. August 2003:
Nach dem stärkenden Frühstück begeben wir uns zur Rezeption des Villaparks. Die Burschen des Bootsverleihs machen gerade ihre Frühstückspause. Echt super, somit brauchen wir nur der netten Dame an der Rezeption unser Mißgeschick beichten. Doch falsch gedacht. Sie erläutert kurz ihren pausierenden Kollegen auf holländisch, daß wir gestern eine Stakstange verloren hätten. Wie sich wahrscheinlich jeder Segler vorstellen kann, sorgten wir für große Belustigung. Man war nämlich der Meinung, daß das beliebte Hilfsmittel noch irgendwo im Schlick stecken würde und wir es einfach nicht mehr herausbekommen hätten. Na ja, wir wußten es besser, ließen das Gelächter über uns ergehen und kamen dann mit einer Ersatzstake zurück.
Gegen 11 Uhr liefen wir dann bei super sonnigen 26 °C und einer leichten Brise quer über den Langweerderwielen, hinein in den Stobberak. Dort schlichen ´Duckie´, sowie ´Kwek´ durch das Wasser. Während ´Duckie´ unter Maschine die zwei Straßenbrücken passiert, läßt es sich die Besatzung der ´Kwek´nicht nehmen lautlos unter den Brücken hindurchzupaddeln. Als auf dem Goingarijpsterpoelen immer noch kein Hauch die spiegelglatte Wasserfläche aufrauht, wird an Bord der ´Kwek´kurzerhand der Motor angezogen. Schnell die Vorleine von ´Duckie´ ergriffen und ab geht es Richtung Heerengat, der nördlichsten Passage zum Sneekermeer.
Hier angekommen, erwartet uns ein frischer Wind der Stärke 3 aus Nord. Somit geht es recht zügig den Sonnenschirmen entgegen, die uns aus Südwesten entegegenleuchten. Gegen 16.45 Uhr haben wir es dann geschafft. Die Außenborder knattern und bringen die Valken in den geschützten Hafen am Houkesloot. Dort werden die Boote direkt am Steg vor dem Restaurant aufgestoppt und die Mannschaften rüsten sich zum Landgang.
Nach dieser verspäteten Mittagspause geht es zurück auf das Sneekermeer. Bei Bft 4 und Sonne pur verlassen wir dieses Tagesziel an der südlichsten Stelle und gleiten durch den engen, von Weiden umgebenen Joustervaart. Zurück auf dem Goingarijpsterpoelen nutzen die Rudergänger einige Zeit diesen frischen Wind. Endlich kommt mal Krängung und Fahrt ins Boot - das ist Segeln!

Als der Wind langsam abflaut, begeben wir uns durch den Noorder Oudeweg, vorbei an der Seglerherberge "Rufus" in den heimatlichen Hafen.
Im Verlaufe des Abends wird dann noch fleißig Seemannsgarn gesponnen, während wir den Tag mit Wein und Bier vor dem Grill ausklingen lassen.
4. Tag: Dienstag 26. August 2003:
Wir schaffen es heute sogar schon um 10.30 Uhr den Hafen zu verlassen. An den Brücken von Scharsterbrug angelangt, werden schnell die Segel geborgen und der Mast gelegt. Unter Motor suchen wir anschließend die Umgebung nach der verlorenen Stakstange ab. Da der Wind in den vergangenen Tagen konstant aus Nord-Nordwest kam, hofften wir, daß sich die Stake innerhalb der nächsten Flußbiegungen im Unterholz versteckt hatte. Doch es stellte sich lediglich als eine Wunschvorstellung heraus.

Somit segeln wir vor dem Wind (Bft 4) bei einem stark bewölkten Himmel zurück nach Langweer.

Nach der kleinen Pause am Bungalow
fahren wir erneut mit ´Duckie´ hinaus. Ursprünglich wollten wir bei den abgeflauten Windverhältnissen nur eine kleine Runde drehen. Wir segeln also über den Langweerderwielen, hinein in den Fammensrakken. Dann sind wir auch schon wieder an den 3 Brücken vor dem Jentjemeer. Schnell Mastlegen, durchpaddeln und dann sofort wieder hoch mit dem Tuch. Weiter geht es nun hinaus auf den Langstaartenpoel. Da der Wind doch noch etwas auffrischt, beschließen wir doch noch einen Abstecher zum Sneekermeer zu machen.

Während wir gegen 17 Uhr unseren Durst im Restaurant am Houkesloot stillen, nimmt der Wind erfreulicher Weise noch weiter zu. Wir verlassen den Hafen des Restaurants und genießen die hervorragenden Segelbedingungen auf dem Sneekermeer. Es ist das perfekte Wetter: bedeckter Himmel, konstanter Wind der Stärke 4 aus Nord und ein geniales Boot.
Heute entstehen die ersten Fotos bei gutem Wind, so daß auch die Krängung zu erkennen ist. Es macht einen heiden Spaß einen Tanker nach dem anderen zu jagen und ihn dann ggfs.auch noch vor der Schleuse von Terherne zu überholen.
In den kommenden Stunden haben wir noch sehr viel Spaß und machen uns erst als der Wind abflaut auf den Heimweg. Wie sich schnell herausstellt, haben wir etwas zu lange gewartet. Den gesamten Noorder Oudeweg müssen wir uns nur noch mit Schwachwind begnügen.

 

Wie wir nun wissen, kann sich die Strecke vom Sneekermeer bis zum Langweerderwielen ganz schön hinziehen. Somit sind wir erfreut, endlich die roten Lichter der Brücke, die uns noch vom heimatlichen Wielen trennt, zu erspähen. Schnell ist der Mast gelegt und der Motor gestartet. Während uns der Motor unter Marschfahrt quer über den Langweerderwielen durch das Wasser schiebt, machen wir schon einmal klarschiff. Mit dem letzten Tageslicht machen wir um 21.30 Uhr vor unserem Bungalow fest. Und schon geht dieser wunderschöne Segeltag zu Ende.

5. Tag: Mittwoch 27. August 2003:
Kaum haben wir die Segel gesetzt, da nimmt der Wind auch schon verdächtig zu. Einige Augenblicke später beginnt ein hektisches Treiben an Bord. Es beginnt unheimlich stark zu regnen, während der Wind auf 5 Stärken auffrischt und diese in Böen weit übersteigt. ´Kwek´ kämpft sich unbemerkt gegen den Wind zum Janesloot vor. Torsten zieht es hingegen vor, ´Duckie´ bei raumendem Wind dahingleiten zu lassen, um alles wetterfest zu machen. Kurz darauf geht auch ´Duckie´hart an den Wind. Wir zweifeln, ob wir nicht besser ein Reff einbinden sollen, entschließen uns jedoch bis zur Brücke am Janesloot so aufzukreuzen. Vor lauter Regen sieht man in der Entfernung nur noch eine graue Wand. Als ´Duckie´schließlich die Brücke unter Motor hinter sich läßt, ist von ´Kwek´ weit und breit nichts zu sehen.

Somit segelt ´Duckie´ noch über das Koevordermeer, um dann an der Kreuzung zum Kanal "Welle" auf die anderen zu warten. Bei einem konstanten 3er Wind nimmt ´Duckie´ Kurs auf das Slotermeer. Dort stoßen dann unsere Valken wieder aufeinander. Wir genießen noch das Segelvergnügen auf dem Slotermeer, bis uns der Hunger veranlaßt, eine Mittagspause einzulegen. Wir segeln also nach Sloten, daß sich beim späteren verlassen des Ortes als Balk entpuppt - super Navigation.

 

Aufgrund des guten Windes wollen wir noch einen Abstecher zum Heegermeer machen. Wir segeln also zurück nach Woudsend.
Das Vorhaben von uns wird jedoch durch den auf Windstärke 1-2 abgeflauten Wind erschwert. Dennoch erreichen wir das windstille Heegermeer. Wir umrunden einmal die Insel Rakkerpoele und biegen in den Jeltesloot ein. Unter Maschine geht es den Jeltesloot entlang, unter der Jelteslootbrug hindurch, weiter über den Johan-Frisokanal, das Koevordermeer und den Janesloot bis zum Langweerderwielen. Von dort aus erreichen wir um 21.50 Uhr den Bungalow.

´Kwek`wollte von Woudsend direkt nach Langweer zurückkehren. Doch zu unserem Erstaunen liegt ´Kwek´ noch nicht wieder im Hafen. Nachdem wir etwas gegessen hatten, machen wir uns allmählich ernste Sorgen. Doch was sollten wir machen? Das Seengebiet ist einfach zu groß, um eine Suche mit ´Duckie´ zu starten, außerdem war es draußen bei Neumond absolut dunkel und wir hatten nur eine kleine Taschenlampe bei. Also überließen wir ´Kwek` der Nacht in der freien Natur.
Gegen 23.20 Uhr war es dann soweit, das Knattern eines Motors war zu hören und ´Kwek´kam in Sichtweite. Wie sich herausstellte, war die Crew wegen Benzinmangel auf dem Princes-Margriet-Kanaal liegengeblieben und mußte die halbe Strecke nach Hause paddeln, bis sie sich bei einem Ankerlieger am Ende des Koevordermeers Benzin erbettelt hatten.

Den Abend ließen wir dann bei den Erlebnisberichten des Tages ausklingen.

6. Tag: Donnerstag 28. August 2003:
Wir haben geplant Mittagspause im Pannekoekenhaus in Hindeloopen zu machen. Doch Windstärke 1 aus Westen machen uns bereits ab dem Heimathafen einen Strich durch die Rechnung. Dennoch kämpfen wir uns die altgewohnte Strecke über den Jeltesloot zum Heegermeer vorwärts. Wir treffen zu einem ungünstigen Zeitpunkt an der Brücke ein und müssen den Mast legen. Da schreit Melanie plötzlich auf. Sie gelangte über eine Grätsche direkt ins Wasser. Wir zogen sie mit vereinten Kräften aus dem Wasser und suchten alle trockenen Kleidungsstücke zusammen. Als Melanie wieder trocken war, rief uns der Brückenwärter aus Mitleid über Lautsprecher an, daß wir mit stehendem Mast durchfahren können, er ließe noch kurz die Brücke offen, obwohl unsere Fahrtrichtung nicht an der Reihe war. Wirklich eine freundliche Geste.

Somit wird es auch bei solchem Flautenwetter nicht langweilig. Das Tagesziel hatten wir schon lange aufgegeben und liefen somit zu einer Pause in den Hafen von Heeg. Dort besichtigten wir kurz den Ort und kehrten in ein kleines Cafe direkt am Wasser ein, wo wir dann doch noch zu unserem Pannekoeken kamen.
Bei noch weniger Wind, aber Sonne machen wir uns dann auf den Heimweg. Unterstützt von zahlreichen Paddelschlägen geht es den gleichen Weg zurück, den wir zuvor gekommen sind. Selbst die Janeslootbrug nehmen wir heute unter stehenden Segeln mit Unterstützung der Paddelkraft. So kommt es, daß wir um 19.40 Uhr in den heimatlichen Hafen einlaufen.

Zur späteren Stunde machen wir uns auf den Weg in den Ort, wo sie den letzten Abend dieses Urlaubs in der urigen Hafenkneipe ausklingen lassen wollen. Und auf dem Heimweg gegen 2 Uhr nachts sind wir uns dann auch einig: es war echt ein gelungener und amüsanter Abend.


7. Tag: Freitag 29. August 2003:
Der letzte Tag ist angebrochen. Bereits vor dem Frühstück beginnt ein hektisches Treiben in unserem Bungalow. Wir müssen den Schlüssel bis 10 Uhr an der Rezeption abgegeben haben. Also wird schnell noch gefrühstückt, dann alles in die Auto´s verladen. Geschafft. Der Bungalow ist an den Betreiber übergeben und wir können uns nun für die letzten Stunden auf das Wasser begeben.
Als es dann anfängt zu regnen, laufen wir aus dem Hafen. Es ist der erste richtig schlechte Tag der Woche. Nach einem Temperatursturz liegen die Temperaturen heute gerade mal bei 18 °C. Hinzukommt Windstärke zwei und anhaltender feiner Nieselregen. Während ´Kwek` bei diesem Wetter bereits die Heimreise antreten will, sich also winkend von uns verabschiedet und unter Motor auf direktem Wege zum Bootsverleih fährt, nehmen wir Fahrt zum Langweerdervaart auf. Wir wollen noch einmal das Sneekermeer aufsuchen. Somit kreuzen wir die Zwei-Brücken-Tour auf. Quer durch den Stobberak, durch Jurgensloot und Gudsekop, hinaus auf den Goingarijpsterpoelen.


Allmählich setzt uns dieses naßkalte Wetter zu und wir beginnen zu frieren. Daher beschließen wir, diese Segeltour frühzeitig zu beenden, laufen direkt durch das Heerengat zurück über den Goingarijpsterpoelen, hinein in den Noorder Oudeweg. Wieder geht es in ganz langsamer Fahrt vorbei an Rufus bis zur Brücke vor dem Langweerderwielen.

Wir bergen die Segel und tuchen alles ordentlich auf. Schnell noch die Segelpersenning angeschlagen, dann können wir den Mast legen. Wir passieren ein letztes Mal die Brücken und lassen den Buitenbordmotor über den ganzen Langweerderwielen noch einmal seinen Dienst tun.
In der Zwischenzeit wird schon einmal der Schrubber geschwungen. Kaum haben wir festgemacht, ist auch schon der Bootsjunge zur Abnahme da. Alles in Ordnung, wir können abheuern.
Somit geht eine wunderschöne Segelwoche viel zu schnell zu Ende. Der Bungalow und die Valken waren sehr gut, wobei uns ´Duckie´ besonders viel Freude bereitet hat: neue Besegelung, super getrimmt. Also ein perfektes Boot.
Während wir den Villapark verlassen, freuen wir uns schon auf weitere Segelereignisse in Langweer und Umgebung.

- ENDE -

[Quelle: amwindkurs.de]
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