Segelfreizeit

Ansegeln 2008

... unter extremen Wetterbedingungen ...
Das Revier

Die "Provinsje Fryslân liegt im Osten des Ijsselmeeres und an der Nordseeküste der Niederlande. Sie ist bei einer Fläche von rund 5.725 km² mit 640.000 Einwohnern im Vergleich zu den übrigen niederländischen Provinzen nur dünn besiedelt.

Doch gerade aus diesem Grund bietet Fryslân den Wassersportlern - insbesondere den Seglern - eine Vielzahl von Möglichkeiten. Abgesehen vom Ijssel- und Wattenmeer gibt es 13 große und 17 kleine Binnenseen, die alle durch Kanäle miteinander verbunden sind. Ausgezeichnete Yachthäfen, zahlreiche Liegestellen in der freien Natur ("Marekriete") und idyllische Dörfer sorgen immer wieder für einen schönen Urlaub in dieser Region.
Auch wer einmal etwas mehr Wasser sehen will, kommt hier auf seine Kosten. Durch die o.g. Kanäle ist man schnell "buiten" und damit auch auf den westfriesischen Inseln. Von Texel im Westen über Vlieland, Terschelling, Ameland bis Schiermonikoog im Osten sind somit auch für den Yachtsegler nette Ziele vorhanden.

Die Unterkunft
Der Villapark Langweer liegt im Zentrum der Friese Meere. Somit ist er nicht nur mit dem Auto, sondern auch gerade mit dem Schiff idealer Ausgangsort für Touren nach Sneek, Heeg, Lemmer, Workum, Sloten oder andere urige friesische Dörfer.
Die Villen sind i.d.R. für 6 Personen eingerichtet. Dennoch gibt es auf Anfrage auch 4er bzw. 8er Bungalows. Grundsätzlich runden neben den Schlafräumen und der netten Wohnküche der offene Kamin, sowie die Terrasse das Bild ab.
Die meisten der Villen liegen direkt am Wasser und haben einen eigenen Anlegesteg. In Kombination mit dem angrenzenden Bootsverleih, der vom Optimist über Polyvalk bis hin zu verschieden großen Sloepen alles bietet, ist somit auch gerade an den Wassersportfreund gedacht.
--> Boote und Villen können Sie hier bequem reservieren. <--
Die Jollen
Der Polyvalk
technische Daten:
Länge ü.a.: 6,65 m   Gewicht:
595 kg
Breite: 2,00 m Ballastant.:
150 kg
Tiefgang: 0,85 m Großsegel:
12,- m²
min. Durchfahrhöhe: 1,50 m Rollfock:
5,50 m²

Der Polyvalk stammt direkt vom bekannten hölzernen Valk, der BM-Jolle, ab. Damit dürfte über seine gute Abstammung und auch seine ausgezeichneten Segeleigenschaften eigentlich schon genug gesagt sein. Diese Jolle eignet sich nicht nur für versierte Regattasegler, sondern auch für den Frischling im Segelsport. Ob Tagesausflüge oder Jollenwandern, der Valk macht alles mit.

Der Bericht
1. Tag: Karfreitag 21. März 2008:

Endlich ist es wieder so weit - die Winterpause ist überstanden. Und so brechen wir traditionell über die Ostertage wieder auf, die Saison mit unserem Ansegeln zu eröffnen. Wahrlich liegt Ostern dieses Mal sehr früh im Jahr und Skifahren bietet sich fast eher an, als schon so früh auf das Wasser zu gehen. Doch bei den aktuell angekündigten Wetteraussichten 4 - 6 Bft bei 0 - 6 Grad Celsius und regelmäßigen Schnee- und Hagelschauern sind die Polyvalken quasi wie Skier.

- Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern... -

... ganz nach diesem Motto raffen wir all unseren Mut zusammen und nehmen Kurs auf Joure. Bereits nach wenigen Meilen dürfen wir beweisen, dass wir während des Winters auch nicht das Mastlegen verlernt haben. Denn nur so kommen wir unter der Brücke durch und damit unserem Zielort näher.

In diesem Jahr sind 26 Segler dem Aufruf von "amwindkurs.de" gefolgt und trotzen den Witterungsbedingungen. Bis auf die für ein Segelevent doch sehr niedrigen Temperaturen haben wir noch verhältnismäßig Glück. Die Schnee- und Hagelschauer sind immer nur von kurzer Dauer und im Hagel wird man gar nicht mal naß. Die Sonne lässt sich in den ersten Tagen aber leider nur selten blicken. Dafür präsentiert sich der Vollmond an diesem Karfreitag von seiner schönsten Seite und taucht die Umgebung in seinen silbrigen Schein. - Ein Grillabend mit nicht alltäglichen Eindrücken:


2. Tag: Samstag 22. März 2008:

Nach dieser traumhaften Vollmondnacht zeigt Rasmus sein anderes Gesicht und bläst frei krachtig mit Böen um 7 Bft. Doch mit Reff 2 lässt sich auch dieses Wetter mit einem Valken noch gut händeln. Nur eine Winsch gibt auf und zwingt mich samt Crew zu einem kleinen Reparaturstopp im Hafen. Dieser kommt Micha auch gleich für eine Verschnaufpause gelegen.

3. Tag: Ostersonntag 23. März 2008:

Passend zu diesem Ostersonntag begrüßt uns an diesem Morgen die Sonne in einem strahlend blauen Himmel. Und so sind wir nach dem Frühstück auch schnell in Aufbruchstimmung. Gekleidet nach dem bewährten Zwiebelsystem laufen wir also mit unseren 6 Valken aus.

Gegen Mittag wollen wir uns bei einem Pannekoeken in Heeg aufwärmen und kreuzen dementsprechend den Jeltesloot auf. Kaum zu glauben, wir erreichen unser Ziel bei mäßigem Wind und stetigem Sonnenschein, wenn auch Temperaturen am Gefrierpunkt.

Die Stärkung bewies sich als angebracht. Denn segelten wir hin noch bei Sonne (links), so erschweren anhaltender Schnee und Hagel den Rückweg (rechts). Doch mit Galgenhumor und der entsprechenden Kleidung haben wir auch dies überstehen können.

In gemütlicher Runde haben wir dann am Abend auch wieder genug Stoff, um Seemannsgarn zu spinnen, weitere Aktivitäten zu planen und den Tag gemütlich, vor allem aber schön angenehm warm ausklingen zu lassen.

4. Tag: Ostermontag 24. März 2008:

Am Montag Morgen muss zunächst einmal das Deck von Schnee- und Hagelresten befreit werden. Doch als sich dann die Sonne durchsetzt, fährt auch schon ein Valke als Wassertaxi durch den Villapark und sammelt die Crew ein. Während es sich einige auf der Bank vor dem Bungalow in der Sonne gemütlich machen, läuft der Großteil zeitnah aus. Schnell noch die Automatikwesten angelegt und ab geht´s Richtung Sneeker Meer.

Doch kaum segeln wir mitten auf dem Langweererwielen, da verdichtet sich die Wolkendecke schon wieder zusehenst. Wir schaffen es gerade noch zur Autobahnbrücke und wettern unter ihr geduldig den nächsten Schnee- und Graupelschauer ab.

Kaum ist der Entschluss gefasst umzukehren, da reißen die Wolken auf und wir setzen unsere Fahrt doch fort. Die dunklen Wolken in Lee, blicken wir wieder zufrieden einem blauen Himmel entgegen.

Sollten wir doch Glück haben?

Zu dieser frühen und vor allem kalten Jahreszeit begegnen wir kaum anderen Booten. Lediglich ganze Scharen verschiedenster Vogelarten begleiten uns auf dem Weg hinauf zum Sneekermeer - Idyllisch.

Nach der verdienten (Aufwärm-)Pause heißt es für die Besatzungen von "Flappi" und "Pinokkio" wieder "Leinen los". Bei strahlendem Sonnenschein lassen wir das Sneekermeer im Kielwasser zurück. Unter diesen Bedingungen bereut es niemand an Bord, diesen Tag auf dem Wasser zu verbringen. - Einfach nur schön.

Je näher wir unserem Ausgangshafen in Langweer kommen, desto näher rückt auch eine schwarze Wolkenwand. Sie verfolgt uns nahezu und drohte uns noch vor erreichen unseres Zieles einzuholen.
Also holen wir noch einmal alles aus unseren Valken heraus, nutzen jede uns bekannte Abkürzung, schauen nur noch nach vorn - nicht zurück und schaffen es doch noch trocken bis zu unseren Bungalows nach Langweer!

Und damit legten wir auch gleichzeitig schon die letzten Seemeilen des dies-jährigen Ansegelns zurück.

Vier Tage lang trotzten 26 SeglerInnen Wind und Wetter und bewiesen einmal mehr, dass es für einen echten Segler eindeutig kein schlechtes Wetter gibt.

Und das es trotz der extremen Wetterbedingungen wunderschöne Tage waren, verdeutlichen schon alleine diese zufriedenen und strahlenden Gesichter unserer beiden Segelneulinge.

Der Virus des Segelns hat wieder einmal seine Ansteckungsgefahr bewiesen!

5. Tag: Dienstag 25. März 2008:

 

Am Dienstag galt es dann die Bungalows zu räumen und den Heimweg zurück in das Ruhrgebiet anzutreten.

 

Zum Abschied präsentierten sich Villapark und Boote in glitzerdem Schnee, während die Friese Meere aufgewühlt Gischt aufwarfen.


Ausführliche Informationen über das Revier und Chartermöglichkeiten finden Sie im Niederlande spezial